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SCHWERES GESCHÜTZ AUS GRIECHENLAND

Wer noch einen Beweis dafür brauchte, dass in Europa künftig sehr ungewohnte Töne zu hören sein werden, dem hat die Bildzeitung vom 7. November 2011 diesen Beweis geliefert. Der abtretende Premier Papandreou arbeitete zu diesem Zeitpunkt im krisengeschüttelten Griechenland am Plan einer Regierung der Nationalen Einheit. Daran sollte nach seiner Ansicht auch die rechte LAOS-Partei unter dem wohlhabenden Medienunternehmer Georgios Karatzaferis beteiligt werden. LAOS ist die viertstärkste Partei in Griechenland. Die Medien aber rauften sich die Haare, denn Karatzaferis gilt als Antisemit und Holocaust-Leugner.

Beispiele gefällig? Bei der Parteigründung im Jahre 2000 verkündete Karatzaferis laut Bildzeitung unverblümt: „Wir sind die einzig wahren Griechen. Wir sind keine von diesen Juden, Homosexuellen und Kommunisten.“

Im griechischen Parlament fragte er 2002 den ehemaligen Premier Costas Simitis öffentlich: „Stimmt es, dass Ihre Tochter heimlich einen Juden geheiratet hat?“

Und der israelische Botschafter wurde im Fernsehen mit den Worten attackiert: „Juden-Botschafter, pass auf, wo du hingehst! Lasst uns über den Holocaust reden, lasst uns über all die Märchen von Auschwitz und Dachau sprechen!“

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die New Yorker Welthandelstürme meinte Karatzaferis trocken: „Warum wurden die Juden gewarnt, an diesem Tag nicht zur Arbeit ins World Trade Center zu gehen?“

Die gegenwärtige EU-Führung bezeichnet er als „eine Bande, die die Schwäche der griechischen Regierung erkannt hat und den öffentlich-staatlichen Besitz ergattern möchte.“

Mancher Zeitgenosse ist gerne bereit, solche Aussprüche einfach als „rechtsradikal“ zu bezeichnen. (Übrigens: Warum auch nicht? Unsere Ansicht war schon immer: Lieber „rechtsradikal“ als „unrechtsradikal“!) Aber man sollte sich die Sache denn doch nicht zu einfach machen: Der linksradikale Sänger und spätere griechische Minister Mikis Theodorakis, einst weltberühmt, heute als älterer Herr in Athen lebend, erklärte laut Solothurner Zeitung vom 8. November 2011, „nach seinem Dafürhalten seien unter anderem die Außenpolitik der USA und die internationale Musikindustrie von Zionisten kontrolliert.“ Gut gebrüllt, Löwe. Man beachte in dem zitierten Satz besonders die beiden unscheinbaren Wörtchen „unter anderem“. Eine ungewollte Bestätigung aus allerhöchstem Munde erfuhr Theodorakis, als laut DPA (Basler Zeitung vom 9. Nov. 2011) Frankreichs Staatspräsident Sarkozy in einem vertraulichen Gespräch mit Obama, das nur wegen einer Indiskretion bekannt wurde, den israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu als Lügner bezeichnete und zur Antwort bekam: „Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun.“ Jeden Tag! Und der „mächtigste Mann der Welt“ ist nicht in der Lage, den kleinen Aufschneider zu bremsen…

Kein Wunder also, dass die „Jewish Telegraphy Agency“ schon am 21. 12. 2010 zu berichten hatte, ein hoher orthodoxer Kirchenfürst, der Metropolit von Piräus, Seraphim, habe während eines Fernsehauftritts bei Mega-TV das internationale Judentum in folgender Weise beschuldigt: „Es findet eine Verschwörung statt, die Griechenland und das orthodoxe Christentum zu versklaven trachtet. – Juden wie Rockefeller, Rothschild und Soros kontrollieren das internationale Bankensystem, und das internationale Bankensystem kontrolliert die Globalisierung.“

Geben wir zum Schluss einem profilierten Vertreter der griechischen Rechtsintellektuellen das Wort:

Dimitris Michalopoulos:

Was macht die heutige Rechte falsch?

Ein italienischer Denker sagte einmal, Demokratie sei wie ein Sack, denn sie formt sich nach all dem, was man in den Sack hineinsteckt. Das Problem der heutigen Rechten ist, dass sie versucht, sich ebenfalls in diesen Sack zu zwängen, in diesen unrühmlichen Sack.

Demokratie ist eine soziale und moralische Katastrophe. Die athenische Demokratie hat erst das alte Griechenland zerstört, dann zerstörte sie Europa, und jetzt kommt die ganze Erde dran, wenn nicht eine traditionalistische Strömung, z. B. der Islam, sich von den zionistischen Fesseln befreit und der Demokratie und der nachfolgenden Katastrophe Einhalt gebietet.

Tatsächlich ist der Mensch, wenn man ihn nur als Einzelwesen begreift, wie es demokratische Regime tun, eine Null, deshalb ein Sklave. Eine Million Sklaven können keinen freien Mann hervorbringen, und aus einer Million Dummen wird nie ein intelligentes Wesen. Demokratie erniedrigt die Leute zu unwissenden Sklaven, und diese können nur noch versuchen, ihre Arbeitskraft den Plutokraten zu verkaufen, das ist alles! Da die Plutokraten selbst nicht klug, sondern nur verschlagen sind, wird die Symbiose von Sklaven und Plutokraten notwendig in die Katastrophe führen.

Die Schlussfolgerung heißt: Je schneller unsere Welt die demokratischen Absurditäten los wird, desto bälder wird sie wieder sicher sein und neu erblühen. Das ist alles vollkommen klar. Wo also liegt das Problem? Warum gibt es dennoch keine starke Rechte, um Liberale und Demokraten, Plutokraten und Sozialisten hinwegzufegen? Die Antwort ist einfach: Weil die Vordenker der heutigen Rechten das Gegengift zur Demokratie in der – Demokratie suchen. Und warum das? Weil die antidemokratischen, völkischen Kräfte Europas im Zweiten Weltkrieg geschlagen worden sind. Als Folge davon fürchtet sich beinahe jedermann, die Wörter Faschismus und Nationalsozialismus schon nur auszusprechen.

Allerdings ist nie der Beweis dafür erbracht worden, dass diese rechten Bewegungen Fehlschläge gewesen seien. Deutschland, Italien und Japan verloren den Krieg. Na und? Ist das etwa eine Widerlegung?

Die Griechen hatten vor der erfolgreichen Revolution von 1821 gegen die Türken ungefähr zehn Mal vergeblich versucht, sich von der Hohen Pforte unabhängig zu machen. Sie erlitten vier Jahrhunderte lang Niederlagen von türkischer Hand. Gemäß unserem heutigen Denken wäre es deshalb 1820 falsch gewesen, die Freiheit erlangen zu wollen. Halten wir fest: Eine Niederlage zeigt eine machtmäßige Unterlegenheit, nicht eine falsche Haltung.

Es ist klar, dass die Rechte aus ihrer gegenwärtigen Sackgasse nicht herauskommt, wenn sie nicht aufhört, in den Feldern des Gegners herumzustochern und dort nach Worthülsen und unbrauchbaren philosophischen Waffen zu suchen.

Der athenische Feldherr Themistokles hat die Perser nicht mit der persischen Kampfweise überwunden, und die Engländer haben die spanische Armada nicht mit jenen großkalibrigen Schiffen besiegt, wie sie die Spanier damals benutzten. Mit anderen Worten: Es ist Zeit für eine andere Sprache und Weltanschauung bei der Rechten. Wenn wir nur das Überleben anstreben, werden wir nicht einmal überleben. Wir müssen vielmehr angreifen, und dieser Angriff bedeutet, zuerst und vor allem, die gegenwärtige politische Theorie und Struktur dieser Welt in Frage zu stellen

(Aus: „AB AETERNO“ Nr.3/2010, S.3-5. Leicht gekürzt.)

Veröffentlicht am Allgemein Standpunkt